Kolumne

Meine Position in der Matriarchatstheorie und der feministischen Geschlechterforschung

Die Verortung meiner Position beginnt mit einer sprachlichen Differenz bei der Begriffsbildung. Ich spreche nicht von «Matriarchat» oder matriarchaler Kultur, sondern sehr bewusst von «matrizentrischen» Kulturen, und zwar aus folgenden Gründen:

Umgangssprachlich wird unter Begriffen in Kombination mit dem griechischen Wort «arché» eine Form von Herrschaft verstanden. So bei «Monarchie» als Herrschaft eines Einzelnen, bei «Plutokratie als Herrschaft der Reichen», «Oligarchie» als Herrschaft der Wenigen oder «Aristokratie» als Herrschaft einer privilegierten Adelsschicht.

Dennoch ist es richtig, wie Matriarchatsforscherinnen betonen, dass das griechische Wort arché ursprünglich die Bedeutung von «Anfang, Beginn, Ursprung» hatte, die bis heute in den Wortbildungen «Archäologie» als Altertumswissenschaft oder im Ausdruck «Archetypen» für die Urbilder der Seele nachklingt. Doch schon im klassischen Griechenland nahm der Ausdruck «arché» die politische Färbung von Herrschaft an: So beim Verbum «archo» für «gebieten» und «archon» für «der Erste sein, Führer sein.

Eine solche Differenzierung halte ich für nötig, weil sonst das verbreitete Missverständnis um sich greifen kann, bei Matriarchaten handle es sich um «Frauenherrschaft». Dabei ist dies schon als Wortzusammensetzung ein Widerspruch in sich, denn Herrschaft meint ja die Dominanz der «Herren».

Bevor ich die spezifischen Merkmale matrizentrischer Strukturen aus meiner Sicht darstelle, möchte ich über meine Motivation sprechen, die mich antrieb, solche Kulturen der Früh- bzw. Vorgeschichte wie auch die Reste indigener Völker mit vorpatriarchalen Gesellschaftsformen zu studieren.

Es war nicht in erster Linie ein emanzipatorischer Impuls als Frau, wenngleich ich die zweite Frauenbewegung immer aktiv mitverfolgte. Brennender war für mich die Frage nach dem Ursprung gewaltsamer Unterdrückung und die Entstehung und Verherrlichung von Kriegen: Handelt es sich beim patriarchalen Herrschaftssystem wirklich um eine Urtatsache der Menschheitsgeschichte, wie uns die meisten Historiker, Theologen und Soziologen glauben machten? Und ist der (!) Mensch tatsächlich von Natur aus herrschsüchtig, gewaltbereit und grausam?

Entscheidende Anstösse waren für mich die Theorien von Konrad Lorenz und, ganz besonders, Erich Fromms Werk «Die Anatomie der menschlichen Destruktivität».

Aus evolutionsbiologischer Sicht ist eine Anlage zur Gewaltbereitschaft auch beim Menschen unverkennbar. Doch während bei unseren tierischen Vorfahren aggressives Verhalten notgedrungen der Lebenserhaltung dient oder eine Rangordnung in der Gruppe im Blick auf das Paarungsverhalten herstellt, geht die menschliche Aggressivität weit darüber hinaus.

Destruktivität als Selbstzweck, Grausamkeit und sadistische Erniedrigung setzen das Reflexionsvermögen des menschlichen Bewusstseins voraus. Dabei erweist sich das hoch entwickelte Selbstbewusstsein als Janusgesichtiges Geschenk der Evolution: Auf der einen Seite befähigt es zu höchsten geistigen Leistungen, auf der anderen Seite kann es zur Perversion der Einfühlungsgabe in zielgenaue Demütigung führen.

Die Basis für diese Ambivalenz besteht nach Fromm in der existentiellen Situation des Menschseins als solcher. Nur der Mensch weiss um seine Sterblichkeit und fällt damit aus der fraglosen Einheit mit der Natur heraus. Er muss sich die Frage nach dem Sinn des Lebens und nach der eigenen Rolle innerhalb des begrenzten Lebens stellen. Findet er darauf keine Antwort - wie sie Mythologien und Religionen zu geben versuchen -, fühlt er sich verzweifelt und ohnmächtig. Eine Möglichkeit, diesem subjektiven Elend zu entrinnen, sieht Fromm im destruktiven Verhalten: Destruktivität als die Verwandlung von Ohnmacht in scheinbare Allmacht (E. Fromm, Gesamtausgabe, Bd.7, S.263). In diesem Sinn ist der menschliche Zerstörungstrieb kein Ausdruck von Stärke, vielmehr ein kompensatorischer Ausbruchsversuch aus Frustration und Hoffnungslosigkeit: Destruktivität als Ausdruck von Schwäche.

Im Anschluss daran stellte sich mir unausweichlich die Frage, warum, historisch gesehen, der männliche Teil der Menschheit so viel stärker zur Destruktivität neigt als der weibliche.


1. Erkenntnisse aus der Ethnologie

Eine erste Annäherung zur Aufklärung dieser Tatsache brachten ethnologische Forschungen. Sie zeigen, dass das patriarchale Muster von Machtstreben nach Innen und Aussen, von Krieg und Unterwerfung kein universales Phänomen darstellt. Vielmehr existieren bis heute so genannt akephale Gesellschaften, die nicht hierarchisch strukturiert sind und kriegerische Auseinandersetzungen vermeiden. In einem jüngsten Werk zur Geschichte des Krieges ist die Rede von 70 friedfertigen Ethnien, die bewusst auf Gewaltanwendung verzichten und in geographischen Rückzugsgebieten leben (A. Eich 2015, S. 38ff). Das berechtigt zur Annahme, dass sie älter sind als kriegerische Völker (von denen sie vermutlich verdrängt wurden).

Bemerkenswert ist, dass solche Ethnien auch ohne das Gewaltmonopol einer Führungsmacht wohl geordnete Gemeinschaften bilden, und beide Geschlechter eine gleichberechtigte Stellung einnehmen, sei es als Dorfälteste(r) oder in Ausübung religiös-ritueller Praktiken.

Dazu kommt, dass in 13 Prozent solch egalitärer Gemeinschaften die matrilineare Abstammungsrechnung gilt, darunter die 3 Millionen zählende Volksgruppe der Minangkabau auf Sumatra. Matrilinearität bedeutet, dass die Abstammung der Nachkommen ausschliesslich in der mütterlichen Linie wahrgenommen wird (Unilinearität), während die Bedeutung des leiblichen Vaters gering ist, der nur mit seinem eigenen mütterlichen Herkunftsclan, nicht aber mit seinen Kindern als verwandt gilt. Falls dauerhafte Paarbildungen bestehen - neben der Form der «Besuchsehe» - wird Matrilokalität praktiziert, das heisst, der Ehemann zieht in den Clan der Frau. Töchter und Söhne erben den Familiennamen der Mutter, die Töchter auch deren Besitz und deren soziale und rituelle Funktionen innerhalb des Clans. Für die Erziehung der Söhne sind die Mutterbrüder zuständig, die ihre Erfahrungen und ihren Besitz an die Schwestersöhne weitergeben.

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Übergängen im Deszendenzsystem, sei es in Richtung der bilinearen Abstammung von Mutter und Vater, sei es die virilokale Eheresidenz, wenn aus arbeitstechnischen Gründen die Zusammenarbeit der Männer gefragt ist. Dabei zieht die Braut in den Matriclan des Mannes, was die matrilineare Verwandtschaftsrechnung aber nicht aufhebt. Dagegen setzt Patrilokalität die patrilineare Erbfolge bereits voraus. Eine Besonderheit bildet das so genannte Avunkulat, bei dem der Mutterbruder den Sohn der Schwester bei sich aufnimmt, wenn er selbst in einem anderen Clan lebt. Jedenfalls aber lässt sich die Entwicklungslinie eindeutig von matrizentrisch-egalitären zu patriarchal-hierarchischen Verhältnissen bestimmen.

Das eindrucksvollste Beispiel für das hohe Alter friedlicher und egalitärer Ethnien sind die San im südlichen Afrika, die als «Buschleute» von den weissen Kolonisatoren verachtet und nahezu ausgerottet worden waren. Heute wissen wir, dass sie einst weite Teile Afrikas als Sammlerinnen und Jäger bevölkerten und grossartige Felsbilder hinterliessen. Diese Kunst ging verloren, doch konnten sie viele ihrer alten Traditionen bis heute bewahren. Durch Uno-Beschluss wurde ihnen wieder eigenes Land zugesprochen, auf dem sie nach eigenen Regeln leben. Genetische Forschungen belegen, dass die Khoi-San das älteste Volk des Homo sapiens darstellen, das heute noch lebt, und ihre Existenz bis 44‘000 Jahre v.u.Z. zurückreicht. Bemerkenswert sind die äusserst klugen Regeln für ein friedliches Zusammenleben und die völlig gleichberechtigte Stellung der Frauen. Auch erhielten sich Reste matrilinearer Strukturen in Form matrilokaler Eheresidenzen und in der Sitte, dass ein Schwester-Bruderpaar als Dorfälteste für die Einhaltung komplizierter Rituale und für friedliche Konfliktlösungen zuständig sind (M. Biesele 1986).


2. Religionswissenschaftliche Erkenntnisse

Neben den Ergebnissen der Ethnologie führen religionswissenschaftliche Erkenntnisse auf die Spuren vorpatriarchaler Religionen, wenn diese auch lange Zeit vom Mainstream der Gelehrten ignoriert oder verdrängt wurden.

Nach frühen Missionarsberichten aus Südamerika über die Bedeutung der Göttin Pachamama erregte Bachofens Wiederentdeckung matrizentrischer Religiosität und matrilinearer Deszendenz grosses Aufsehen. Dem folgten die Berichte des Ethnologen L.H. Morgan über die «Urgesellschaft» anhand der Indianer Nordamerikas, die mythologischen Studien von Ranke-Graves und Erich Neumann, sowie das Standardwerk «The Mothers» von Robert Briffault, das Erich Fromm eingehend würdigte.

Schliesslich schöpften die feministische Matriarchatsforschung und die feministische Theologie ab Ende der 1960er Jahre aus allen diesen Quellen und darüber hinaus aus den neuesten Ergebnissen der archäologischen Forschung.

Aus all diesen Studien ergibt sich das Fazit, dass der patriarchale Götterhimmel ein relativ spätes kulturgeschichtliches Phänomen darstellt, dem weltweit die Verehrung grosser Göttinnen vorausging. Es war die Magna Mater, aus deren Schoss alle Gestalten des Kosmos und der Erde entsprangen; sie war die Mutter alles Lebendigen, und männliche Götter waren ihre Söhne.

Wir kennen mehrere hundert Namen der Grossen Göttin aus dem Alten Ägypten und ganz Afrika, aus Mesopotamien, Kleinasien und Indien bis nach Südostasien und Japan, und ebenso aus Australien und Südamerika. Diese Tatsachen zu ignorieren, lässt sich nur als ideologischer Widerstand erklären nach dem Motto: «Weil nicht sein kann, was nicht sein darf».

Hingegen wird vom Mainstream nicht bestritten, dass im Zuge der Patriarchalisierung die mehr oder weniger gewaltsame Ablösung alter Glaubensvorstellungen stattfand. Dabei verfolgte man verschiedene Strategien. Zum einen wurden grosse Göttinnen zum Inbegriff des Bösen dämonisiert und deshalb vernichtet; ein Schicksal, das die griechische Medusa mit der babylonischen Tiamat teilt. Medusa wurde von Perseus, dem Sohn des Zeus, Tiamat vom jungen Hochgott Marduk niedergestreckt.

Eine zweite, raffiniertere Methode war die Zurückstufung ehemals grosser Göttinnen zu Ehefrauen oder Töchtern der neuen männlichen Götter (wie Hera zur Frau und Athene zur Tochter des Zeus) Auch die Verdrängung von Göttinnen durch männliche Heroen und Halbgötter (wie Hygieia durch Aeskulap) oder ihre Umdeutung in christliche Heilige gehört zu dieser Strategie. Bekanntlich wurden unzählige heidnische Quellen- und Bergheiligtümer zu Orten der christlichen Marienverehrung oder anderer christlicher Heiliger umgestaltet.


3. Die archäologischen Funde

Seit der Entdeckung der «Venus von Willendorf» im Jahre 1908, einer ca. 30’000 Jahre alten Frauenfigur mit starker Betonung von Brüsten und Bauch, wurden Tausende von so genannten Frauenidolen gefunden. Erst kürzlich entdeckte man die bisher älteste Frauenfigur: Die «Venus vom Hohle Fels» mit einem Alter von 35-40’000 Jahren (N. J. Conard 2009).

In allen Zeitabschnitten der jüngeren Altsteinzeit (Jungpaläolithikum), besonders aus dem Gravéttien, sind in Mitteleuropa und Russland füllige Frauenfiguren mit angedeuteter Schwangerschaft bekannt, im anschliessenden Magdalénien auch stark stilisierte Figuren und Felsritzungen. In der Jungsteinzeit (Neolithikum) zwischen 10’000 und 3000 v.u.Z. gibt es eine riesige Vielfalt an Frauenfiguren in allen Teilen Europas, Kleinasiens und Indiens: Solche mit Betonung der Gebärfähigkeit oder auch äusserst reduzierte Violin- und Brettidole sowie Gefässfiguren mit Brüsten. An sakralen Orten fanden sich zudem eine Fülle von Figürchen, die als Schutz gebende Anhänger oder als Opfergaben von Adoranten interpretiert werden können.

Dagegen sind männliche Idole bis und mit den jungsteinzeitlichen Dorf- und Stadtkulturen äusserst selten. Unübersehbar sind jedoch die Göttinnen von Catal Hüyük, auf Zypern und im Alten Kreta, wo es zum Teil einen nahtlosen Übergang von stark stilisierten Idolen zu lebensnahen Darstellungen von Göttinnen gibt. Marija Gimbutas dokumentierte die Überfülle von weiblich sakralen Plastiken und von wenigen prominenten männlichen Figuren bei den Donaukulturen des Alten Europa im Zeitraum von 6500 bis 3500 vor unserer Zeitrechnung (M. Gimbutas 1991).

Ich halte die archäologischen Funde als sichtbare Zeichen dafür, welch enorme Bedeutung die weibliche Gebärfähigkeit und die Ernährung des Geborenen an der Mutterbrust für alle frühen menschlichen Gemeinschaften hatte. Dies umso mehr, als das zu früh geborene Menschenkind während seiner von Adolf Portmann so genannten «extrauterinen Embryonalzeit» (A. Portmann 1944) einer langdauernden intensiven Zuwendung bedarf. Im Gegensatz zum modernen Begriff der «Reproduktion» war Mutterschaft ursprünglich mit Produktivität schlechthin assoziiert.

Die Leugnung matrizentrischer Frühkulturen, wie sie heute noch vertreten wird, spricht in meinen Augen nur für deren Unverdaulichkeit für eine patriarchal geprägte Gesellschaftstheorie. Die Behauptung, der Mann sei von Natur aus das in jeder Hinsicht überlegene Geschlecht verträgt sich jedoch nicht mit der Tatsache einer gewaltsamen Unterdrückung der Frau und der bis heute weltweit vorherrschenden Frauenfeindlichkeit. Genuin starke Männer hätten es weder nötig gehabt, Frauen gewaltsam zu diskriminieren, noch ihre eigene Herrschaft ideologisch zu rechtfertigen.


4. Die Erfindung des Patriarchats

Die bekannte amerikanische Historikerin Gerda Lerner sprach sehr bewusst von «The Creation of Patriarchy» (1986) und nicht, wie in der deutschen Übersetzung, von dessen Entstehung. Damit will sie ausdrücken, dass die Patriarchalisierung der frühen Hochkulturen keine zwangsläufige Entwicklung gewesen ist, sondern mit Gewalt und mit bewusst konstruierten, philosophisch-theologischen Ideologien errichtet wurde. Lerners historische Studien zu den mesopotamischen Stadtstaaten des vierten Jahrtausends v.u.Z. und den babylonisch-assyrischen Grossreichen bis ins zweite Jahrtausend v.u.Z. zeigen zudem, dass dieser komplexe Prozess rund 2500 Jahre beanspruchte, um die patriarchale Herrschaft nicht nur auf familiärer und staatlicher, sondern auch auf religiös-weltanschaulicher Ebene voll zu etablieren.

Die Voraussetzung bzw. der erste Schritt dazu bestand in der Durchsetzung des patrilinearen Sippensystems, das männliche Dominanz erst ermöglichte. Aktuell wurde dies seit den Errungenschaften von Ackerbau und Viehzucht zu Beginn des Neolithikums. Erst die systematische Tierzucht machte die Rolle des Mannes bei der Zeugung offensichtlich. Bis dahin war sie deshalb unklar, weil Frauen während ihrer langen Stillzeiten aufgrund der Ovulationshemmung trotz des Geschlechtsverkehrs nicht schwanger wurden.
Mit der Sesshaftigkeit, und vermutlich aufgrund der neuen Ernährungsgrundlage, verlor sich diese natürliche Geburtenregelung. Deshalb nahm die Bevölkerung in den folgenden Jahrtausenden stark zu.

Als Rinderzüchter identifizierte sich der Mann mit dem Stier und dessen Zeugungskraft, was sein Selbstbewusstsein steigerte und sich auch in der religiösen Symbolik spiegelte. So tritt in Catal Hüyük der Stier in Wandbildern und in Form von Bukranien (Stierhornreihen) als männlich-göttliches Prinzip in Erscheinung, und im Heiligtum von Patra/Rumänien befindet sich an der Seite der grossen Göttin ein Gott mit Stierkopf (M. Wullschleger, 2008, S. 18 und 41). Doch bleibt dieser Stiergott zweitrangig als Paredros, d.h. als Begleiter oder, wörtlich, als Beisitzer der Göttin.

Zur alteuropäischen Donaukultur gehörten die nach Art ihrer Keramik so genannten Bandkeramiker, die sich aufgrund der Bevölkerungsdichte genötigt sahen, neue Weideplätze für ihre Tierzucht und neue Böden für ihre Agrarwirtschaft zu suchen. So kam es ab 5500 v.u.Z. zu den ersten grossen Wanderungen vom Balkan aus über Österreich nach Süddeutschland, Frankreich und Nordeuropa. Weil sie sich auf Ebenen oder gerodeten Böden ansiedelten, während die indigenen Sammlerinnen und Jäger in den Wäldern lebten, war ein friedliches Nebeneinander möglich. Die von den Bandkeramikern erbauten Langhäuser, jeweils mehrere an einem Ort, legen matrilineare Sippenstrukturen nahe, welche die strikte Exogamie ermöglichten (G. Bott, 2014, S. 143ff und 54 ff.)

Auf den langen Wanderungen schwand der Einfluss der Frauen, die jeweils neu mit ihren Pflanzungen beginnen mussten; dagegen stieg die Bedeutung der Rinderhirten, die ihre Steinäxte auch als Waffe benutzen konnten. Tatsächlich verübten diese die erste kollektive Gewalttat der europäischen Geschichte mit dem Massaker von Talheim um 4900 v.u.Z., bei dem Bandkeramiker eine Gruppe von 34 Personen (vermutlich andere, bereits sesshafte Bandkeramiker) hinterrücks überfielen und erschlugen.

Das war noch keine Kriegshandlung, sondern möglicherweise eine in grosser Not begangene Verzweiflungstat, um an die Vorräte der Überfallenen zu gelangen. Dabei ist festzuhalten, dass solche Gewalttaten Ausnahmeerscheinungen darstellen, und dass es während der gesamten jüngeren Altsteinzeit bis zur Mitte der Jungsteinzeit keinen einzigen Hinweis auf kriegerische Handlungen gibt (G. Bott 2014, S.171; A. Eich, 2015, S.71).

Wie es zur patrilinearen Deszendenz im Laufe der zweiten Hälfte des Neolithikums kam, liegt im Dunkeln. Plausibel aber ist, dass es das Bedürfnis der Männer gab, ihre Vaterschaft offiziell anerkannt zu sehen und ihren Besitz an ihre Söhne zu vererben. Da aber Vaterschaft immer unsicher blieb, setzten sie alles daran, die weibliche Sexualität unter ihre Kontrolle zu bringen. Das gelang mit der männlich dominierten «Paarungsehe» (G. Bott, 2009, S.31-44) und mit der Bildung von Kernfamilien - Mütter, Väter und deren Kinder. Dies führte zur Abhängigkeit der Frauen von ihren Ehemännern und schliesslich zu ihrer Entmündigung.

Bevor die patriarchale Kriegsmentalität einsetzte, gab es bereits Stammesfehden in vorstaatlichen Verhältnissen, die zwar nur eine begrenzte Anzahl von Getöteten forderten, aber bereits Männerbünde voraussetzen. Wie Armin Eich (2015, Kap.6) ausführlich darlegt, sind dafür die Initiationsriten der Knaben beispielhaft, durch die sie zu Männern gemacht und in deren Kreis aufgenommen werden. Dabei zeigt sich mit aller Deutlichkeit, wie wenig gewaltbereit die Knaben von sich aus sind; vielmehr macht man ihnen Angst und fügt ihnen auf grausame Art Schmerzen zu, um ihnen die Bereitschaft, zu töten, einzuprügeln. Angesichts dieser Tatsache wäre m. E. die Reihenfolge von Sadismus-Masochismus umzukehren und von Masoch-Sadismus zu sprechen. Auch ist der schmerzliche Eintritt in den Männerbund immer mit der strikten Abgrenzung von den Müttern verbunden: So wurde ihnen beigebracht, lieber «die Ersten im Tode als die Zweiten im Leben zu sein» (C. Meier-Seethaler, 2011, S. 367). Ein eindrückliches Beispiel dafür sind die Kopfjäger-Mythen aus Neuguinea, wie sie Brigitte Hauser-Schäublin (1977) beschrieben hat.

Von eigentlichen Kriegen kann erst die Rede sein, wenn sie von systematisch ausgebildeten Waffenträgern und deren Befehlshabern zu Eroberungszwecken in Szene gesetzt werden. Die materielle Voraussetzung dafür war der Bergbau mit der Gewinnung von Kupfer, Zinn und später Eisen zur Herstellung immer bedrohlicherer Waffen.

Die ersten belegten Eroberungszüge führten zu Beginn des 4. Jahrtausends v.u.Z. die Sumerer durch, als sie im südlichen Mesopotamien die Dörfer und Städte der hochentwickelten Ubeid-Kultur überrannten. Die räumliche und sprachliche Herkunft der Sumerer ist bis heute ungeklärt, doch gelten sie als Erfinder der ersten Schrift, der Keilschrift auf Tontafeln.

Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Ubeid-Kultur ab 5000 v.u.Z. vieles vorwegnahm, was die Sumerer später vollendeten: Bewässerungskanäle für ihre Landwirtschaft, Kultstätten und eine Art kollektiver Tempelwirtschaft. Auch erinnert ihre hoch qualifizierte Keramik an die ungefähr gleichzeitige Halaf-Kultur in Nordmesopotamien, bei deren Ausgrabung weibliche Sakralfiguren in fülliger Gestalt ans Licht kamen. So wäre es naheliegend, matrizentrische Rituale auch für die Ubeid- Kultur anzunehmen. Diese Rituale wurden von den Sumerern übernommen.

Für die sumerischen Eroberer war es ein Leichtes, die unbefestigten Siedlungen in Südmesopotamien gewaltsam zu besetzen, nachdem sie mit ihren Streitwagen, die von Onagern, also gezähmten Eseln, gezogen wurden, und ihren Kupferäxten sowie einer Armee von Bogenschützen eingefallen waren. Im 4. und 3. Jahrtausend v.u.Z. bauten die sumerischen Könige die Städte Ur, Uruk, Kisch, Lagasch, Umma und Mari zu Stadtstaaten aus. Den ursprünglich kollektiven Tempelbesitz verwandelten sie in ihren persönlichen Machtbereich, in dem die priesterliche Leitung mit profaner Herrschaft zusammenfiel.

Aus den Königsgräbern von Ur geht hervor, dass sich die sumerischen Könige als göttliche Wesen verehren liessen, wobei es sich bei den Königinnen um Hohepriesterinnen handelt. Letztere galten als Stellvertreterinnen der Grossen Göttin Inanna, und sie spielten im Kult der Heiligen Hochzeit eine tragende Rolle. Dieses im Zikkurat-Tempel stattfindende Ritual wies dem König oder Fürsten («lugal» genannt) die Rolle des von der Göttin erwählten Paredros zu, und dessen Vereinigung mit ihr wurde symbolisch vollzogen durch den Akt mit der Hohepriesterin als ihrer Stellvertreterin. Selbst als bereits eine Veränderung des Kulttextes insofern erfolgt war, als die Priesterin nun den herrschenden König als den Ersehnten und aktiv Handelnden pries, blieb das Ritual noch viele Jahrhunderte erhalten zur Rechtfertigung und Besiegelung der königlichen Würde. Dies selbst nach der Ablösung der Sumerer durch die Semiten und ihrer babylonischen Reichsgründung. Schliesslich schaffte erst Hammurabi im 18. Jahrhundert v.u. Z. das Amt der Hohepriesterin ab.

Das Gilgamesch-Epos, benannt nach dem König von Uruk (ab 2700 v.u.Z.) entstand erst 1500 Jahre danach, um 1.100 v.u.Z. durch einen babylonischen Priester, der dessen Entstehung fälschlicherweise zurückdatierte. Zur selben Zeit entstand das Enuma Elish, das Marduk-Schöpfungs-Epos, das schildert, wie Marduk die Ur-Mutter Tiamat erschlägt und zerstückelt (G. Bott, Die Erfindung der Götter Bd. II, S. 206). Immerhin benötigt er noch den in zwei Teile geschnittenen toten Leib der Göttin, um daraus Himmel und Erde zu schaffen, während der jüdische Schöpfergott allein mit seinen Worten den Kosmos erschuf (E. Fromm, 1933, S.67 und 71f.).

Das im Sinne einer politischen Theologie konstruierte Gilgamesch-Epos gibt uns einen Eindruck davon, wie sich der Übergang der matrizentrischen Religion zur frauenfeindlichen patriarchalen Religion vollzog. Nun wird aus der sumerischen Göttin Inanna, die als kosmische Muttergöttin das Leben gibt, und in der Unterwelt den individuellen Tod zu neuem Leben erweckt, die babylonische Ishtar, die Gilgamesch als treuloses, Männer verschleissendes und kriegslüsternes Weib verleumdet. Damit soll die Ablösung von matrizentrischer Religiosität und die Hinwendung zur allmächtigen, schöpferischen Vatergottheit gerechtfertigt werden (G. Bott 2009, S. 484-486).

Für solche Geschichtsklitterungen und mythologische Umdeutungen gibt es Parallelen sowohl im Alten Ägypten (G. Bott, 2009 S.398-450) als auch in Indien, China und bei den Azteken in Südamerika. Deshalb bezeichnete ich in meinem Buch „Ursprünge und Befreiungen“ die „Lüge als Zwillingsbruder der Herrschaft“ (C. Meier-Seethaler, 2011, S. 276ff).
Im Laufe des dritten und zweiten Jahrtausends v.u.Z. drückte die Elite der Sumerer der Weltgeschichte den Stempel brutaler patriarchaler Herrschaft auf: Es kam zum vernichtenden Rivalitätskampf zwischen einzelnen Stadtstaaten und zu den abscheulichen Triumphgesten der Sieger über die Besiegten. So die „Geierstele von Lagasch“ 2450 v.u.Z., bei der sich Geier auf die Leichen gefallener Feinde stürzen. Später übertrafen die Assyrer die kriegerischen Grausamkeiten der Sumerer und Babylonier noch erheblich.
Gleichzeitig wurde eine bis dahin beispiellose Sklaverei über die unterlegene Bevölkerung errichtet, der man alle „niedrigen“ Arbeiten zur Lebensversorgung aufbürdete, und dabei erlitten die Sklavinnen eine doppelte Demütigung: Sie waren nicht nur die persönlichen Dienerinnen der im Luxus lebenden Elite, sondern wurden von den Herren auch als Sexobjekte missbraucht (G. Lerner, 1991, S.112-119). So entstand eine Klassengesellschaft und wenig später die Einrichtung von Bordellen, an die mittellose Bauerntöchter von ihren Vätern oder Slavinnen von ihren Herren verkauft wurden (G. Lerner, 1991, S.172-174).

Einzelne Frauen der Elite erreichten hohe gesellschaftliche Stellungen und zeichneten sich durch eigene geistige Leistungen aus. Von Mari sind Priesterinnen, Schriftgelehrte und Musikerinnen bekannt, doch standen sie alle in Abhängigkeit von ihren Vätern oder Ehemännern, so wie beispielsweise die berühmte Hohepriesterin und Dichterin Enheduanna (Tochter des Königs Sargon von Akkad).


5. Der Mann, das andere Geschlecht

Meine zentrale These ist, dass die Selbsterhöhung des Mannes die Kompensation für seine ursprüngliche Zweitrangigkeit darstellt.
Ursprünglich war die Fähigkeit der Frau, Leben hervorzubringen und mit dem eigenen Körper zu ernähren, für das Weiterleben der Gruppe von entscheidender Bedeutung. Dabei konnten sich die Frauen mit der Mutter Erde, mit all ihrem Wachstum und mit den weiblichen Tieren verbunden fühlen, was die Bewunderung und zugleich den Neid der Männer hervorrufen musste. Das zeigt sich ganz offen in frühen Gesellschaften, die sich über die Art der Zeugung nicht im Klaren waren. Unter anderem in den Ritualen der Couvade, einer Art sympathetischer Schwangerschaft, bei der Männer sich symbolisch ins Kindbett legen, Gebärschmerzen simulieren und sich auf diese Weise dem Zustand der Gebärenden angleichen.
Bruno Bettelheim schildert darüber hinaus weniger bekannte Riten aus Australien und den ozeanischen Inseln, die im Zusammenhang mit männlichen Initiationsriten auftreten. Bei der so genannten Subinzision wird den jungen Männern ein Schnitt an der Unterseite des Penis beigebracht, um damit eine starke Blutung auszulösen. Wenn australische Stämme und solche aus Neuguinea dafür in ihrer Sprache Worte verwenden, die „Vulva“ oder „männliche Menstruation“ bedeuten, so stellt dies eine offensichtliche Parallele zur weiblichen Menstruation dar. Die weibliche Erstblutung gilt ihnen ja als die Voraussetzung für Schwangerschaft und Geburten (Bruno Bettelheim: Die symbolischen Wunden. Pubertätsriten und der Neid des Mannes (1975, S. 141f).

Neben Bettelheim sprechen Ethnologinnen wie Margaret Mead (1949), PsychoanalytikerInnen wie Georg Groddeck (1923, 2016), Erich Fromm (1933,1943), Karen Horney (1926) und PhilosophInnen wie Elisabeth Badinter (1993) mit aller Deutlichkeit vom Gebärneid des Mannes und der daraus folgenden Abwertung der prokreativen Fähigkeiten der Frau.

Elisabeth Badinter (1993, S. 51ff) sieht die Probleme für die Selbstfindung des Mannes durch seine von Natur aus prekäre Lage im Mutterleib begründet. Tatsächlich sehen weibliche und männliche Embryos zunächst gleich aus und sind der weiblichen Anatomie näher. Erst wenn das vom Y-Chromosom abhängige männliche Hormon Testosteron abgegeben wird, kann das männliche Kind seine Geschlechtsorgane ausbilden. So sei, nach Badinter, der Prozess des Mann-Werdens von Beginn an eine Abgrenzung gegen das Weibliche, der sich bei der Ablösung des Knaben von der Mutter dramatisch zuspitze. Die viel aufwendigeren Initiationsriten der Knaben im Vergleich zu denen der Mädchen seien dem Ziel geschuldet, alles Weibliche von sich zu weisen und mit dem Ertragen grosser Schmerzen männliche Härte zu beweisen.

Erich Fromm gibt zu bedenken, dass sich der Mann gegenüber der natürlichen Produktivität der Frau in gewisser Weise gehandicapt sah, weil ihm die für das Leben wichtigste Potenz fehlt. Er kompensierte dies mit technischen Erfindungen als einer „rationalen Prokreativität“, und in diesem Sinne sei unser gesamter technischer Fortschritt ein Ersatz für die Schöpferkraft der Frau und die Quelle für die Selbsterhöhung des Mannes (E. Fromm 1933, S. 49ff). Ich möchte hier anmerken, dass bei Fromm jedoch die frühen Erfindungen der Frauen auf den Gebieten der Keramik, der Flechtkunst und des gesamten Textilhandwerks unbeachtet blieben.

Karen Horney berichtet von ihren psychotherapeutischen Erfahrungen mit Männern, bei denen sie den unbewussten, doch intensiven Neid auf Schwangerschaft, Gebären und Mutterschaft sowie auf die Brüste und das Stillen wahrnehmen konnte (K. Horney 1926, S.365).

Beide, Fromm und Horney, sprechen von der Verdrängung bzw. Rationalisierung dieses Neides, wenn bei der Vertreibung aus dem Paradies im Alten Testament vom Fluch gegenüber der sündhaften Eva die Rede ist: «Mit Schmerzen sollst du deine Kinder gebären». Damit werden Schwangerschaft und Geburt nur noch zur Bürde, die der Mann nicht zu tragen braucht (E. Fromm 1933, S.54-56; K. Horney 1926, S.365).

Ins Mythologische gewendet kommt der Gebärneid bei den Göttern des klassischen Altertums ebenso ins Spiel wie bei manchen Stammeskulten. Am bekanntesten ist die Kopfgeburt des Göttervaters Zeus, wenn er die (längst vorher verehrte) Göttin Athene aus seinem Schädel hervorzieht. Freilich erst, nachdem er die mit Athene schwangere Weisheitsgöttin Metis verschlungen hatte. Daneben existiert der Mythos, Zeus habe Dionysos aus seinem Schenkel geboren, nachdem er das Ungeborene dem getöteten Leib seiner schwangeren Geliebten Semele entrissen und in seinen Schenkel eingenäht hatte. Parallel zur Schenkelgeburt gibt es die „Wadengeburt“ bei den Yanomami in Venezuela und bei den Bororo in Zentralbrasilien. Schliesslich berichten die klassischen Göttersagen von zahlreichen Vergewaltigungsszenen, mit denen sich Götter die Fruchtbarkeit der Frau erzwingen (C. Meier-Seethaler 2011 S.273f).

Eine völlig andere Strategie besteht in der systematischen Abwertung der weiblichen Generativität als „unrein“, was bei allen patriarchalen Kulturen bis heute der Fall ist. Bis vor wenigen Jahrzehnten verbot die katholische Kirche den Müttern nach der Geburt eines Kindes über Wochen hinweg die Teilnahme am Gottesdienst, weil sie den Vorgang der Niederkunft mit Unreinheit behaftet einstufte. Diese angebliche Leibverhaftetheit der Frau schliesst sie aus der Welt des Geistes aus und legt sie zugleich auf ihre mütterlichen Funktionen fest.

Eine weitere Art, die Abhängigkeit von der Frau zu vermeiden oder zu kompensieren, bestand in der Abwertung der Sexualität als solcher bis hin zum asketischen Leben als Mönch oder Einsiedler. Der traditionell lebende patriarchale Ehemann begegnete seiner schmerzlich empfundenen Abhängigkeit von der Frau dagegen auf andere Weise: mit der Aufspaltung des weiblichen Daseins in die «Hure» und in die «Mütterlich-Heilige». Dabei muss es sich nicht unbedingt um verschiedene Personenkreise handeln. Die Spaltung kann auch mitten durch die Frau des Hauses gehen, wenn von ihr die Erfüllung «ehelicher Pflichten» ebenso erwartet wird wie das Schaffen eines «trauten Heims» für Mann und Kinder. Ich habe das Ideal von der bürgerlichen Frau als Muttersklavin bezeichnet, als jene paradoxe Existenzform, die auf der einen Seite strikte Unterordnung und Anpassung erfordert, und auf der anderen Seite mütterliche Stärke voraussetzt, die alles versteht, alles verzeiht und psychische Krisen des Mannes auffängt (C. Meier-Seethaler, 2011).


6. Wettbewerb als Lebensform

Die mühsam gewonnene Selbstsicherheit des Knaben bedarf einer fortlaufenden Bestätigung im Sich-messen an anderen Knaben. Das beginnt mit Raufereien auf dem Schulhof, dem Wettstreit um gute Noten und setzt sich fort in der Identifikation mit berühmten männlichen Vorbildern, seien es Schauspieler, Sänger oder hervorragende Vertreter aus Wissenschaft und Politik.

Wettbewerb entsteht auch durch gegenseitiges Prahlen mit Kenntnissen, erhaltener Anerkennung und nicht zuletzt mit hoch gespielten Erfolgen beim anderen Geschlecht. Fromm hält die Eitelkeit der Männer für zentraler als die der Frauen (E. Fromm, 1951, S.389), und dies gilt in meinen Augen auch für den Stolz auf erworbenen Reichtum. Der Milliardär ist weniger von Geldgier als von Geltungsgier getrieben, um mit seinen schwindelerregenden Einkünften den Kollegen zu imponieren.
Die positivste Art einer stabilen Selbstfindung gelingt zweifellos durch alle kreativen Prozesse, sei es bei der Erfindung technischer Werkzeuge, in der wissenschaftlichen Forschung oder in der künstlerischen Gestaltung. Nur blieb die geistige Kreativität bis in die jüngste Zeit die Domäne des Mannes, von denen die Frauen hartnäckig ausgeschlossen wurden. Da es dafür keine rationalen Gründe gibt, ist dies Teil des ideologischen Geschlechterkampfes, um der Lebenskreativität der Frau eine spezifisch männliche, höher zu bewertende Schöpferkraft entgegenzusetzen (E. Fromm, 1943, S.373)

Seit dem Beginn der modernen Naturwissenschaften wird der Forscher im Namen von Francis Bacon zum Superman, der sich die weiblich gedachte Natur als Sklavin unterwirft. Im Zusammenspiel mit der kapitalistischen Wirtschaftsdoktrin wurden seine Siege dann immer schneller errungen, begleitet von Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung bis hin zur drohenden Klimakatastrophe. Schliesslich führt die Entwicklung immer verheerenderer Vernichtungswaffen im Dienste politisch-ökonomischer Macht zum tödlichen Wettbewerb (C. Meier-Seethaler, 2011)

Dabei wäre es ebenso blind wie ungerecht, die enormen Verbesserungen gering zu schätzen, die der technische und der medizinische Fortschritt der Menschheit gebracht haben. Nur stehen wir heute an einem Punkt, an dem das Optimum des Fortschritts bereits überschritten zu sein scheint. So bezahlen wir für unsere grenzenlose Bewegungsfreiheit mit Verkehrsstau, Verkehrstoten und Luftverschmutzung, oder unsere Spitzenmedizin sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass hochbetagte Menschen bei ultimativer Erhaltung ihres Körpers ihre Gehirne überleben und als Demente den Persönlichkeitskern verlieren.

Ohne einem allgemeinen Kulturpessimismus zu verfallen, bricht sich gegenwärtig die Einsicht Bahn, dass es auf mehreren Ebenen nicht mehr so weiter gehen kann wie bisher. Doch was sollen wir tun? Erich Fromm hat uns mit seiner Unterscheidung von «Biophilie» und «Nekrophilie» eine Waagschale hinterlassen, auf der wir unsere kulturellen Ziele abwägen könnten. Auf der positiven Seite käme alles zu liegen, das dem Leben dient, auf der negativen all das, was dem Leben als Ganzem Schaden zufügt.

Der Begriff «Nekrophilie» stammt aus der Psychopathologie und bedeutet so viel wie die Liebe zum Toten, worunter Fromm verschiedene Mentalitäten versteht: Den Triumpf des Kriegers über die Zerstörung seiner Feinde, die Rache des Amokläufers oder die Verzweiflungstat des Suizidalen. Diese bilden aber nur die Spitze des Eisbergs. Weniger erkannt ist die Liebe zu toten Gegenständen wie etwa der Hang zu überflüssigen Konsum- und Luxusgütern oder die Liebe zum toten Geld als solchem.

Auch die Faszination durch Roboter gehört hierher: Roboter, welche das menschliche Gegenüber in der Kommunikation ersetzen, oder Plastik-Sexpuppen anstelle lebendiger Liebespartner. Gegenwärtig sind künstliche Intelligenz und Digitalisierung vorrangige Forschungs- und Wirtschaftsziele. Entscheidend für die positive oder negative Bewertung dieser Vorhaben wäre der genannte Massstab der Biophilie, also der Lebensförderung.

Automatische Sicherheitsvorkehrungen, die Autolenker und öffentliche Verkehrsmittel vor Unfällen bewahren, verdienen sicherlich Zustimmung, hingegen macht die Vorstellung total autonomer Beförderungsmittel eher unbehaglich. Die Frage sollte lauten: Unter welchen Umständen fühlen Menschen sich sicher? Und nicht: Welche Methoden bringen Personaleinsparungen und damit maximalen Profit? Dann wird der Hotelportier als seelenlose Maschine weniger gut abschneiden als der Roboter-Greifarm in gefährlichem Gelände.

Nur Masslosigkeit ist lebenswidrig, und die trifft auch auf die seit langem angekündigte Herstellung von «Geistkindern» zu, also von Supercomputern, für die der Leib entbehrlich geworden ist. Der Mathematiker Joseph Weizenbaum konnte sich dieses Vorhaben nur als eine Kompensation für die fehlende männliche Gebärfähigkeit erklären (J. Weizenbaum 1990). Schliesslich war die zärtliche Bezeichnung «Little Boy» für die erste abgeworfene Atombombe der zynische Höhepunkt einer nekrophilen Geburtsmetapher.

Daneben nehmen sich unsere Fernsehkrimis und die unter Jugendlichen beliebten Killerspiele geradezu bescheiden aus, doch ist auch deren nekrophiler Anteil unverkennbar. Das allabendliche Überangebot an Destruktivität ist für Viele abstossend. Für Andere bietet es dagegen eine Flucht aus der Langeweile, die Fromm für die Ursache von Sensationsgier hält. Dabei könne dies auch die Neigung zu eigenen destruktiven Impulsen wecken (E. Fromm, 1937, S.224).


7. Der Stellenwert matriarchaler Kulturtheorien in feministischen Bewegungen

Die archäologischen Entdeckungen Mellaarts und Gimbutas‘ in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden von einem Teil der Frauenbewegung enthusiastisch aufgenommen. In den 70er und 80er Jahren entstanden dann so prominente Werke wie das von Mary Daly «Beyond God the Father» (1973), Göttner-Abendroths «Die Göttin und ihr Heros» (1980) sowie Gerda Weilers Buch über das Matriarchat im Alten Testament (1984).

Die Vorstellung einer genuin weiblichen Religiosität, verbunden mit weiblich akzentuierter Gesellschaftsordnung weckte ein ganz neues Selbstbewusstsein innerhalb der Frauenbewegung und führte zur Ausbildung eines radikalen Feminismus. Dabei kam es zu Wiedererweckungs-Versuchen von Göttinnen-Kulten, Frauenritualen und Jahreszeitenfesten, sowie einer Art Heiligsprechung der Natur, die in ihrem Kern mit weiblicher Kreativität identisch erschien. In den U.S.A gab die künstlerisch begabte Miriam Simos unter ihrem Pseudonym „Starhawk“ mit der Kreation von Frauentänzen und sakralen Frauenliedern den Anstoss zu spirituellen Gemeinschaftserlebnissen auch in Europa.

Ich selbst stand und stehe diesen Bewegungen distanziert gegenüber: Zum einen, weil ich als A-Theistin überzeugt bin, dass alle Projektionen menschlicher Erfahrungen ins Reich des Transzendenten zurückzunehmen sind; zum anderen, weil ich als Psychologin jede Art von Esoterik als eine Überflutung durch symbolische Bilder einschätze, was etwas grundsätzlich anderes ist als die Kenntnisnahme und das Ernstnehmen mythologischer Vorstellungen für den Verlauf der Kulturgeschichte.

Am meisten verbunden fühle ich mich mit feministischen Theologinnen, die ganz auf einen personalen Gottesbegriff verzichten. So ist für die amerikanische Theologin Carter Hayward Gott «die Macht in Beziehung» (C. Hayward 1986, S.30f.) und das Verb «to god» das liebende Handeln in der Welt. Wenn Gott die Liebe ist, so gelte auch der Umkehrschluss, die gelebte Liebe sei Gott (ebda, S.116).

Die schweizerische Theologin Doris Strahm formuliert es ähnlich, wenn sie sagt: «Ich glaube nicht an Gott. Aber ich glaube daran, dass ‚Gott‘ geschieht, wann immer wir das Leben und unser Menschsein heiligen, wann immer wir uns mit Achtung einander zuwenden, uns berühren lassen von der Not und den Bedürfnissen anderer und voll Zorn das Unrecht, das ihnen geschieht, beim Namen nennen» (D. Strahm, 1998, S.9). Dies ist der Brückenschlag zwischen Theologie und Humanismus, den Hayward mit ihrer Aussage leisten will: «Ein theologisches Ja ist vor allem ein anthropologisches Ja» (C. Hayward, 1985, S.151).

Auch im Blick auf frühgeschichtliche matrizentrische Sippenstrukturen sollte die realistische Einschätzung gegenüber einer begeisterten Idealisierung nicht verloren gehen. Bei allen hervorragenden Aspekten wie das Streben nach Ausgleich und friedlichen Konfliktlösungen, gab es angesichts einer bedrohlichen Natur auch tragische Seiten: Die an Göttinnen gerichtete Opferpraxis in Form von Tieropfern und in grösster Not auch als Opfer eines Menschen; oder die Schattenseiten einer abergläubischen Dämonisierung bestimmter Orte oder Ereignisse.

Grundsätzlich positiv zu bewerten ist die frühe Verbindung der Matriarchatsforschung mit klar erkannten ökologischen Problemen. «Ökofeministinnen» wie Maria Mies, Vandana Shiva oder Veronika Bennholdt-Thomsen leisteten (oder leisten immer noch!) wesentliche politische Aufklärung ohne die Geschlechterproblematik zu radikalisieren.

Expliziter Widerstand gegen Matriarchatstheorien kam aus Kreisen von Historikerinnen und Verfechterinnen der Gleichstellung, die den «Mythos Matriarchat» verdächtigten, er diene der patriarchalen Rechtfertigung. Dies im Blick auf indianische Legenden, wonach die Frauen einst die Chance der Herrschaft gehabt, aber wegen Unfähigkeit verloren hätten (I. Bamberger 1974; M. Janssen-Jureit 1976). Ich halte dies für eine Verwechslung von authentischer Erinnerung an matrizentrische Traditionen und einer nachträglichen Rechtfertigungsideologie.

Eines jedenfalls ist festzuhalten: der Geschlechterkampf ging eindeutig von der Männerseite aus, und das Patriarchat ist eine historisch nachvollziehbare Konstruktion, die auch wieder zu beenden ist (G. Lerner, 1986, S.283).

Ich selbst sehe bei aller Schärfe meiner Patriarchatskritik keinen prinzipiellen Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Vernunft. Eigentlich wäre es zutreffender, statt von feministischer Philosophie, feministischer Wissenschaft und feministischer Ethik von «nicht androzentrischer» Philosophie, Wissenschaft und Ethik zu sprechen, um mit der falschen patriarchalen Tradition zu brechen, die den androzentrischen Blick mit allgemein menschlicher Vernunft verwechselt. In dieser Hinsicht fühle ich mich in Übereinstimmung mit Denkerinnen wie Evelyn Fox-Keller, Cornelia Klinger, Tove Soiland und den feministischen Philosophinnen des Wiener Kreises um Herta Nagl-Dodecal.

Was die Ethik anbelangt, so hat sich Carol Gilligan zu Recht gegen einseitig rationalistische Kriterien gestellt, doch wollte sie mit «Die andere Stimme» (1984) keiner spezifisch weiblichen Ethik das Wort reden, sondern einer allgemein humanen Ethik, welche emotionale und situative Kontexte einbezieht. Wenn es unterschwellig bei manchen Interpretinnen die Tendenz gibt, Frauen per se für das moralisch bessere Geschlecht zu halten, bzw. Männer von Natur aus anfälliger für das Böse, so ist dies genauso unhaltbar wie die patriarchale Zuordnung der moralischen Schwäche an die Frau. In der Philosophie wird dies als „naturalistischer Fehlschluss“ bezeichnet: Moral bezieht sich grundsätzlich nicht auf das Naturgegebene, sondern auf die bewusste Entscheidung der Person für bestimmte Werte; die allerdings von gesellschaftlich sanktionierten Wertmassstäben nicht unabhängig sind. Das bedingt ein immer neues Überprüfen solcher Massstäbe und das Suchen nach Konsens über Mittel und Ziele, die humanes Handeln in der gegebenen Situation möglich machen.


8. Die Diskussion um Gleichheit und Differenz

Hier geht es um die wesentliche Frage, was Gleichberechtigung für die Frauen konkret bedeutet. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass Chancengleichheit im Zugang zu Bildung, zu allen Berufen einschliesslich Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie gleicher Lohn für gleiche Arbeit zu den demokratischen Grundrechten der Frauen gehören. Mit anderen Worten: Patriarchat und Demokratie sind unvereinbar.

Solange aber patriarchale Strukturelemente noch real in Erscheinung treten, kann Gleichberechtigung nicht einfach Angleichung an das bestehende System heissen. Wenn wir Empfehlungen hören, Frauen sollten bei einem Bewerbungsgespräch ebenso fordernd und imponierend auftreten wie Männer (womöglich mit teurem Auto und teurer Armbanduhr) oder ihren Wissensvorsprung mit KollegInnen nicht teilen, sondern für die eigene Karriereleiter nutzen, dann ist es nicht verwunderlich, dass es sich gerade die am besten ausgebildeten Frauen zweimal überlegen, ob sie in diese Ellenbogen-Arena einsteigen möchten. Gleichberechtigung würde vielmehr heissen, dass Frauen ihren selbst gewählten, auf Zusammenarbeit ausgerichteten Führungsstil einsetzen - und damit auch Männer gleicher Gesinnung bestärken können.

Als Beispiel für eine unkritische Auffassung von Gleichstellung ist mir die Aussage einer jungen Frau in Erinnerung geblieben, die sagte, sie fühle sich erst dann gleichberechtigt, wenn sie Generalin werden könne. Ich bringe dies für mich auf den umgekehrten Punkt: Gleichstellung wäre erst dann gegeben, wenn auch Generäle halbtags ihre Babies hüten würden (womit gleichzeitig Kriege illusorisch würden).

Grosse Mühe macht mir die gegenwärtige Gender-Debatte, welche die klassischen Fragen der Frauenbewegungen an den Rand drängt. Wenn unter Berufung auf Judith Butler (1993) die biologische Zweigeschlechtlichkeit als solche in Frage gestellt und als kulturelle Konstruktion abgetan wird, dann erübrigt sich im Grunde die Geschlechterfrage. Auch gibt es eine Zuspitzung der so genannten Intersektionalität, die auf die mehrfache Betroffenheit von sexistischer, rassistischer und klassenspezifischer Unterdrückung hinweist und zu Recht blinde Flecken im Feminismus weisser Frauen benennt. Wenn aber die Behauptung im Raum steht, es gäbe keine einzige Gemeinsamkeit, die alle Frauen miteinander teilen, so fällt das «Wir» der internationalen Frauenbewegungen dahin und damit auch die Solidarität unter Frauen. (Vergl. Cornelia Klinger und Tove Soiland 2012).

Beiden Zuspitzungen ist entgegenzuhalten, dass die Zweigeschlechtlichkeit seit über 500 Millionen Jahren eine biologische Tatsache ist, und ebenso, dass nur die Weibchen die Fähigkeit besitzen, neues Leben hervor zu bringen. Besonders eindrücklich ist dies bei den Säugetieren, zu der auch wir Menschen gehören.

Allerdings wies die Frauenbewegung schon in den 80er Jahren die Mutterrolle als die normativ gültige Identität der Frau zurück und forderte das Recht auf freiwillige Kinderlosigkeit. Doch sollte die Angst davor, wieder auf das patriarchale Rollenbild beschränkt zu werden, die grundsätzliche Gebärfähigkeit der Frauen nicht unterbewerten. Die «Gebürtigkeit», die Hannah Arendt (1960) als humane Fähigkeit zu stetem Neuanfang hervorhob, ist nicht ablösbar vom Mutterleib, es sei denn, man setzt auf lebensfremde, technische Utopien (E. Badinter 1993, S.224).

Noch verwirrender ist die heute allgegenwärtige Fokussierung auf das Phänomen der Transsexualität. Schon die von den U.S.A. ausgehende Kampagne LGBTTI klingt in Westeuropa zu pauschal, denn die drei Buchstaben für Homosexualität und Bisexualität (Lesbian, Gay, Bisexual) sind in unseren Breiten durch ihre Akzeptanz bis in die höchsten Berufsgruppen kaum noch aktuell. Das I als Schutzforderung für Intersexuelle wird besonders in medizinischen Kreisen sehr ernst genommen. So hat man Abstand genommen von der früheren Praxis, Neugeborene, deren Geschlecht nicht eindeutig feststellbar ist, routinemässig einer Anpassungsoperation zu unterziehen. Heute strebt man individuelle und selbstbestimmte Lösungen im Gespräch mit den Heranwachsenden an.

Darüber hinaus gibt es gegenwärtig Queer-Gruppen, die sich vehement gegen eine «Pathologisierung» dieser sehr seltenen Fälle stemmen mit dem Argument, Intersexualität sei keine unvollendete Sexualentwicklung, sondern alle Zwischenformen seien als originale, ebenbürtige Geschlechter anzuerkennen, was bis zu der absurden Annahme führt, es gäbe 30 oder 40 Geschlechter.

Schliesslich stehen die beiden T für Transsexuell und Transgender, was manchmal nicht klar unterschieden wird. Meist wird Transsexualität als operative Umwandlung zum weiblichen oder männlichen Geschlechtskörper verstanden, die es vereinzelt schon seit längerer Zeit gibt, wobei die psychischen Wurzeln für dieses aus existentieller Not entstandene Begehren unklar sind.

Der Begriff Transgender umfasst Transvestismus, also den Wechsel von Kleidung, Haartracht und Umgangsformen und die Übernahme von Tätigkeiten, die traditionellerweise das jeweils andere Geschlecht kennzeichnen. Oft ist dabei mit dem Verweis auf indigene Völker von einem «Dritten Geschlecht» die Rede, was aber eine Fehlinterpretation von Ethnologen darstellt (weil sie die religiösen und psychosozialen Hintergründe solcher Bräuche nicht einbeziehen).

In Mitteleuropa war das Transgender-Problem seit den 68er Jahren nicht aktuell, nachdem man die Geschlechter-Klischees zurückwies, und sich beide Geschlechter in ihrer äusseren Präsenz einander anglichen. Deshalb wirkt die gegenwärtige Propaganda für Transvestismus eher anti-emanzipatorisch. Sie ist aber nicht nur eine aus den U.S.A. übernommene Tendenz, sondern dahinter stehen auch handfeste finanzielle Interessen, z.B. beim Handelsangebot von Transgender-Utensilien.

Vollends irrational wirken auf mich Aussagen wie diese: Der Wunsch, den eigenen Vornamen in weiblich oder männlich zu verändern, sei völlig unabhängig von der eigenen Körperbeschaffenheit und könne ohne irgendeinen Rollenzwang bestehen auch dann, wenn der frei gewählte Beruf der eigenen Persönlichkeit entspreche. Es gäbe einfach so etwas wie das Gefühl, dass die eigene Seele nicht im richtigen Körper sei, und jeder Mensch solle die freie Wahl haben, sich als Frau oder Mann registrieren und ansprechen zu lassen. Dass diese esoterisch wirkende Argumentation in der Praxis nichts als Verwirrung stiften kann, ist offenkundig, und zwar sowohl für Erwachsene bei der Partnersuche, als auch besonders bei der Identitätssuche von Kindern und Jugendlichen.

Dazu kommt, unter der Regenbogenflagge, die Forderung nach der Ehe für alle und dem angeblich dazugehörigen Recht auf Kinder für alle: sei es durch Adoption, durch Leihmutterschaft, durch Kauf von Eizellen oder hoch dotierten Spermien. Mit Sicherheit stehen auch dahinter grosse finanzielle Interessen, nämlich diejenigen von Reproduktionskliniken oder von gewerblichen Vermittlungsagenturen. Dem ist klar entgegenzuhalten, dass es prinzipiell für keinen Personenkreis ein «Recht» auf Kinder gibt, und dass Leihmutterschaft in den allermeisten Fällen die ultimative Ausbeutung von Frauen in Notlagen darstellt (Christa Wichterich 2018).

Es gibt aber auch politische Bedenken dagegen, dass zurzeit geradezu ein Wettlauf um die Anerkennung von Minderheiten stattfindet. Dies kann der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin nur recht sein, weil diese Aktivitäten von den eigentlichen Problemen unserer globalen Welt ablenken und weder das patriarchale noch das finanzkapitalistische System als Ganzes in Frage stellen.


Hoffnungsträger für die Zukunft: Die «Neuen Ökonomen» und die Neuen Väter
Die beiden Personenkreise, auf die ich meine Hoffnung setze, scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, und dennoch können sie ihre Breitenwirkung nur gleichzeitig entfalten.

9. Die «Neuen Ökonomen»
Die Ökonomen nenne ich zuerst, weil sie die sozioökonomischen Zusammenhänge völlig neu beurteilen und damit erst die Voraussetzungen für die Neuordnung von Geschlechterverhältnissen und Familienstrukturen schaffen. Sie sind endlich daran, die seit Adam Smith (1723-1790) im wissenschaftlichen Mainstream vorherrschende Marktideologie als grundsätzlich überholt zu begreifen und an neuen Konzepten zu arbeiten.

Bereits der kürzlich verstorbene Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Hans Christoph Binswanger wies in seinem Buch «Die Glaubensgemeinschaft der Ökonomen» (1998) auf die irrationalen Hintergründe der kapitalistischen Doktrin hin: Sie berufe sich bis heute auf den von Adam Smith geprägten Begriff von der «unsichtbaren Hand des Marktes», von dem Binswanger nachweist, dass ihn Smith aus der Philosophie der Stoa entlehnte. Zum Teil zitiert er wörtlich die Lehre Epiktets (50-138 n.u.Z.), wonach die göttliche Hand die Selbstsucht und Habgier der Menschen letztlich zum guten Leben aller lenke. Es sei die Weisheit Gottes, die über die Kunst verfüge, selbst aus dem Bösen Gutes zu schaffen. Ein Gedankengang, den Smith als gläubiger Mensch übernimmt.

Im Zuge der Industrialisierung verband sich diese stillschweigende Übereinkunft unter massgebenden Ökonomen mit dem optimistischen Fortschrittsglauben, der die negativen Auswirkungen wie die Ausbeutung abhängiger Menschen und die Schäden an der Natur aus dem Bewusstsein verdrängte. Diesem «Marktfundamentalismus» (G. Soros 1998, S.256) widersetzt sich der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz indem er die Theorie für völlig unhaltbar hält, dass das Streben jedes Unternehmens nach Profitmaximierung dem Gemeinwohl diene (J. Stiglitz 2004, S. 259). Er bringt dies mit seiner Aussage auf den Punkt: «Die unsichtbare Hand des Marktes ist unsichtbar, weil es sie gar nicht gibt» (makroskop.en/2017/12).

Thomas Pikettys Aufsehen erregendes Buch „Das Kapital des 21. Jahrhunderts“ (2014) rechnet zum ersten Mal mit einer 300 Jahre und 20 Länder umfassenden Datenerhebung vor, dass die erwarteten Segnungen des freien Marktes nur einen begrenzten Teil der Menschheit erreichten. Trotz Bemühungen linker Kreise um soziale Gerechtigkeit hat in den vergangenen Jahrzehnten die soziale Ungleichheit sogar noch zugenommen, weil die grossen Vermögen in den Händen Weniger sehr viel rascher anwachsen als die Einkommen in Form von Leistungslöhnen der Unter- und Mittelschichten.

In der Folge der noch keineswegs gelösten Finanzkrise von 2007/08 schlossen sich eine Reihe von Forschern und Professoren an Schweizer Universitäten in der «Vereinigung zur Erneuerung von Forschung und Lehre in Wirtschaftswissenschaften und Finanzen» zusammen. Im Sommer 2018 veranstalteten sie ein öffentliches Symposium in Fribourg unter dem Titel «Wirtschaft und Finanzen anders studieren».

Der Präsident der 30 Mitglieder umfassenden Vereinigung, Professor Marc Chesney von der Universität Zürich, beklagt die Tatsache, dass weder die Banken und Finanzexperten, noch die meisten Universitätslehrer die Konsequenzen aus den wirtschaftlichen Verwerfungen gezogen hätten. Sein zum hundertsten Jahrestag vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs verfasstes Buch unter dem Titel «Vom grossen Krieg zur permanenten Krise» ist ein Weckruf an Wissenschaft und Gesellschaft, unsere demokratischen Prinzipien nicht von interanationalen Konzernen unterlaufen zu lassen. Darin schlägt Chesney in 20 Punkten Massnahmen vor, wie dem verhängnisvollen Finanzimperium Einhalt geboten werden kann.


10. Die Neuen Väter

Die jungen Väter verdienen als Hoffnungsträger die gleiche Aufmerksamkeit wie die Neuen Ökonomen, obwohl sie als Privatpersonen in aller Stille die Basis unserer Gesellschaftsstruktur verändern.

Der Ruf nach Gleichberechtigung der Frau auf politischer Ebene bleibt wirkungslos, solange das konservative Familienmodell es ihr nicht erlaubt, ihre demokratischen Rechte konkret auszuüben. Die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf plus politischer Aktivität gehört zu den dringendsten innenpolitischen Problemen überhaupt; und das ist nur lösbar, wenn Väter den paritätischen Anteil an Betreuungs- und Hausarbeit übernehmen. Wir sollten also von der Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf sprechen, und dafür Lösungen anzubieten, wäre die Sache der Arbeitgeber. Der politische Wille dazu ist allerdings noch sehr schwach: In der Schweiz fehlt im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sogar ein grosszügiger Vaterschaftsurlaub als ein erster Schritt. Die angekündigte Digitalisierung des Arbeitslebens böte für eine Neuordnung der Arbeitszeiten vielleicht eine Chance, allerdings nur, wenn die räumlichen Gegebenheiten für ein Nebeneinander von Berufsarbeit und Kinderbetreuung zur Verfügung stehen.

Dabei greift der Gedanke zu kurz, ein solches Eltern-Modell käme vor allem den Frauen zugute. Einen ebenso grossen Gewinn könnten die Männer daraus ziehen, wie auch die Kinder beiderlei Geschlechts. Im konservativen Familienmodell sind ja die Väter vor allem während der Kleinkindheit so gut wie abwesend, so dass sie eine emotionale Vater-Kind-Beziehung, die der Mutter-Kind-Beziehung ebenbürtig ist, gar nicht aufbauen können. Dies behindert vor allem Knaben in ihrer Identitätsfindung, wenn sie den Vater in erster Linie als leistungsfordernd und nicht als emotional mitfühlend und hilfsbereit erleben. Umgekehrt können Mädchen in berufstätigen Müttern ein Vorbild für ihre eigene Selbstverwirklichung finden. Nicht zuletzt würden die Männer in ihrem Selbstwertgefühl dadurch gestärkt, dass sich die Selbsteinschätzung nicht mehr nur am aufreibenden beruflichen Wettbewerb messen liesse, sondern gleichermassen an ihrer väterlichen Verbundenheit und deren lebenslanger Wirkung.

Dass das patriarchale Männer- und Frauenbild eigentlich halbe Menschen aus beiden Geschlechtern macht, und oft genug auch kranke Menschen, trat mir in meiner psychotherapeutischen Praxis deutlich vor Augen. Nicht selten wurden mir von Ärzten beide Ehepartner unabhängig voneinander überwiesen: Der Mann wegen psychosomatischer Stress-Symptome, die Frau wegen nervöser Spannungen als Ausdruck ihres Zurück- geworfen- seins in das Ghetto des Haushalts und das Brachliegen ihrer Talente. Das zwang mir die Frage auf, welchen Sinn es ergibt, Männer zu Herzinfarkt-Kandidaten zu machen und deren Ehefrauen wegen ihrer häuslichen Beengtheit mit Psychopharmaka und Gesprächstherapie über Wasser zu halten. Diese irritierende Erfahrung war der äussere Anstoss zu meiner kulturgeschichtlichen Erforschung anderer Geschlechterverhältnisse und Familienmodelle.

Dabei wurde mir der tiefe Zusammenhang zwischen dem (verdrängten) Gebärneid des Mannes und seiner selbst überfordernden Rolle als siegreicher Natur- und Weltbeherrscher bewusst. Umso dringender empfinde ich die Notwendigkeit, ein anderes Männerbild zu schaffen, das dem Mann erlaubt, am werdenden Leben unmittelbar teilzunehmen und eine biophile Grundhaltung zu entwickeln.

Im Grunde legt die Besonderheit des menschlichen Geburtsverlaufs den Einbezug der Väter geradezu nahe: Das Menschenkind ist ja ein zu früh geborener Fötus, der nach neun Monaten im Mutterleib noch ca. zehn Monate getragen werden muss. Diese «extrauterine Embryonalzeit» (A. Portmann) oder wie ich sie nenne, die «nachgeburtliche Tragzeit», kann der Vater mit der Mutter teilen, und dies würde seine als zweitrangig empfundene Unfähigkeit des Gebärens aufwiegen. Zudem können Babies und Kleinkinder enorm viel Freude bereiten.

Die alte Vorstellung, Männer müssten «hart», Frauen dagegen «weich» sein, ist eine überholte Polarisierung, und so halte ich auch die Wunschvorstellung vom neuen «weichen Mann» für irreführend. Beide Geschlechter sollten die Stärke ihrer vitalen und mentalen Kraft mit den Fähigkeiten der Einfühlung und der emotionalen Wärme verbinden. Damit wäre das Klischee von der Unvereinbarkeit zwischen Rationalität und Emotionalität an seiner Wurzel beseitigt, und gesamtgesellschaftlich wäre es enorm positiv, wenn in der politischen Diskussion die «emotionale Vernunft» den gleichen Stellenwert erhielte wie das rationalistisch-technische Denken (C. Meier-Seethaler 1997).

Dazu kommt, dass der Wegfall alter Klischees neue Perspektiven für die Kindererziehung eröffnet. Väter sind nicht mehr nur fordernde und strafende Autoritäten, Mütter nicht mehr nur verwöhnende Trostspenderinnen, die ihre eigenen Kinder immer verteidigen. Für Mädchen und Knaben wäre die Zuverlässigkeit beider Eltern zentral, sei es in Bezug auf ihre Anwesenheit, sei es im Einhalten von Versprechungen. Wobei auch beide Elternteile den Kindern Ehrlichkeit und das Befolgen von Regeln abfordern.

Dass es dabei auch Meinungsverschiedenheiten gibt, für die ein Konsens gefunden werden muss, macht Kinder früh nachdenklich und kann ihr Urteilsvermögen stärken. Und wenn gegenseitiges Vertrauen und zärtliche Beziehung im Zentrum stehen, relativieren sich alle fundamentalistischen Pädagogikempfehlungen wie von selbst.

Die Befreiung zur Partnerschaft, von der ich spreche, bedeutet mehr als die Beendigung des Geschlechterkampfs. Sie schliesst das Zusammenwirken mit der Natur ein, ohne auf mögliche Schadensbegrenzung und nachhaltige Verbesserungen zu verzichten. Vor allem aber wäre es eine Absage an Machthunger und Krieg, die nicht mehr mit männlichen Tugenden wie Tapferkeit und Todesverachtung zu beschönigen sind. Herrschaft und Krieg sind seit den vergangenen 5000 Jahren eine Geissel der Menschheit und haben letztlich immer nur Elend gebracht. Deshalb sind permanente Bemühungen um friedliche Konfliktlösungen das einzig Vernünftige und Menschenwürdige, und in diesen Prozess müssten noch viel mehr hochbegabte Frauen einbezogen werden.

Wem dieses Fazit zu optimistisch erscheint, sollte sich die Tatsache in Erinnerung rufen, dass die Erfindung des Patriarchats in der Menschheitsgeschichte relativ jungen Datums ist. Und weil die patriarchale Ideologie als Folge irrationaler psychischer Komplexe entschlüsselt werden kann, besteht die Hoffnung auf ihre prinzipielle Überwindbarkeit.





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22.01.2019